Anwälte | Bauvertragsrecht | 08.04.2016

Mangel oder Verschleiß?

Gerade wenn es um verschleißanfällige Bauteile geht, gibt es oft Streit zwischen den Vertragspartnern, ob in diesem Fall auch die BGB-Gewährleistungsfrist gilt. Dies ist grundsätzlich zu bejahen; allerdings wird der Begriff „Mangel“ in der Baupraxis häufig verkannt.
In einer Entscheidung vom 25. Februar 2016 (Baurechts-Report 2016, S.13) hat der BGH mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass für die Beurteilung, ob ein Werk mangelhaft ist,  es auf den Zustand des Werks zum Zeitpunkt der Abnahme ankomme.

Im Streitfall muss also der Auftraggeber beweisen, dass schon zum Abnahmezeitpunkt die Ursache für den später sichtbar werdenden Mangel gesetzt war.

Hierin liegt der entscheidende Unterschied zum Verschleiß. Dort ist die Leistung (zum Beispiel die elastische Fuge) zum Zeitpunkt der Abnahme noch mangelfrei, wird aber durch spätere Einflüsse unbrauchbar. Erreicht also die Fuge ein für sie übliches Lebensalter, ist aber zum Beispiel die fünfjährige Gewährleistungsfrist noch nicht abgelaufen, kann es für den Auftraggeber schwer werden, den Nachweis zu führen, dass die Fuge schon zum Zeitpunkt der Abnahme mangelhaft war.

Weitere verwandte Beiträge

Anwälte | 07.11.19
baurechtsuche.de

Bauhandwerkersicherheit auch für vorbereitende Planungsleistungen?

Mandantenfrage: Wir sind ein kleines Architekturbüro, das vornehmlich für Bauträger arbeitet. Leider müssen wir …

Anwälte | 27.10.19
baurechtsuche.de

Arglistig verursachte Mängel: Wann ist dies anzunehmen?

Mandantenfrage: Wir sind ein großes Architekturbüro und vornehmlich im Hochbau tätig. Wir müssen leider feststellen, …

Anwälte | 18.09.19
Dr. Stephanie Englert-Dougherty, LL.M

Die Haftung des Auftragnehmers nach Abnahme des Werks

Mandantenfrage: Wir sind ein Unternehmen, dass Fertigteilplatten verlegt und haben für unseren AG im Rahmen eines …

Anwälte | 10.09.19
baurechtsuche.de

Neues BGH-Urteil zur Berechnung von Massenmehrungen

Mandantenfrage: Wir sind ein größeres Tiefbauunternehmen und haben regelmäßig mit dem Problem zu tun, dass sich bei …

Alle verwandten Beiträge

Weitere Beiträge von baurechtsuche.de

Anwälte | 07.11.19
baurechtsuche.de

Bauhandwerkersicherheit auch für vorbereitende Planungsleistungen?

Mandantenfrage: Wir sind ein kleines Architekturbüro, das vornehmlich für Bauträger arbeitet. Leider müssen wir …

Anwälte | 27.10.19
baurechtsuche.de

Arglistig verursachte Mängel: Wann ist dies anzunehmen?

Mandantenfrage: Wir sind ein großes Architekturbüro und vornehmlich im Hochbau tätig. Wir müssen leider feststellen, …

Anwälte | 10.09.19
baurechtsuche.de

Neues BGH-Urteil zur Berechnung von Massenmehrungen

Mandantenfrage: Wir sind ein größeres Tiefbauunternehmen und haben regelmäßig mit dem Problem zu tun, dass sich bei …

Anwälte | 15.08.19
baurechtsuche.de

Ist der bayerische Bürgermeister zum Abschluss von Bau- und Architektenverträgen bevollmächtigt?

Mandantenfrage: Wir sind ein größeres Planungsbüro und  häufig für Gemeinden in Bayern tätig. Bei Abschluss von …

Alle Beiträge des Autors

Beitrag verfasst/eingestellt von

Anwaltskanzlei baurechtsuche.de

baurechtsuche.de


Unsere Partner